festival.08

7. Mai – 10. Juni 2005
Die 8. ADevantgarde präsentiert: Acht Konzerte mit über vierzig Uraufführungen von Komponisten aus elf Ländern. Nationale und internationale Ensembles werden Gäste des Festivals sein, so das Streichquartett Quatuor Bozzini aus Canada, Das Ensemble Barcelona Nova Música aus Spanien und das Hamburger Ensemble WireWorks. Die im ADevantgarde-Festival mittlerweile fest verankerte Tradition neuer Lieder wird diesmal ironisch aufgenommen in einem „Benefizkonzert ” für die Pop-Industrie. Zwei szenische Projekte beleuchten sehr verschiedene Facetten zeitgenössischen Musiktheaters: eine „Sportoper” schickt ein Roboterochester in den Ring und die jüngsten Hörer reisen im zweiten ADEvantgarde Kinderkonzert durchs Spielzimmer. Ohnehin liegt einer der Schwerpunkte auf dem Nachwuchs, sei es als Komponisten oder Interpretenen, so wird im Orff-Projekt mit der Musikhochschule Nürnberg zusammengearbeitet und eine fulminante „Nacht der Klaviere” präsentiert Pianisten und Komponisten der Münchner Musikhochschule.

festival.07

29. Mai – 9. Juni 2003
Das siebte Festival der A•DEvantgarde präsentiert 41 Uraufführungen und zeigt ein höchst interessantes und vielschichtiges Programm, bei dem in noch größerem Umfang als bisher der Austausch mit anderen Künsten gesucht wird. Neben einer Fernseh-Installation, die während des ganzen Festival besucht werden kann, stehen sieben Konzertveranstaltungen auf dem Programm, bei denen sich die Neue Musik den unterschiedlichsten Bereichen öffnet. So wird der Kontakt mit Video und Tanz ebenso gesucht wie die Auseinandersetzung mit dem Musikinstrumentarium und der Gedankenwelt der Renaissance. Einem von der Avantgarde stark vernachlässigten Publikum nimmt sich ein Konzert für Kindern an und eine „kybernetische Kettenoper“ setzt sich mit den Möglichkeiten neuer Medien auseinander. Außerdem freuen wir uns auf eine weitere, dieses Mal europäisierte Folge „Neuer Lieder“.

festival.06

Vom 5. Juni bis 25. Juni 2001 fand das 6. ADevantgarde-Festival statt
Auch junge Komponisten haben „Väter“, und so stehen auf dem Programm des 6. ADevantgarde-Festivals gleich zwei Hommages, eine an den deutschen Komponisten Hans Werner Henze, der in diesem Jahr seinen 75. Geburtstag feiert und eine an den experimentellen Übervater der Neuen Musik, John Cage. Der Abend des letzteren, Variations IV.01, denkt dabei Cages „Ort“ aus seinem Werk „Variations IV“ weiter und verortet ihn im nirgendwo des Internets. Ein perpetum mobile, an dem 20 Komponisten und Ensembles aus aller Welt live und online mitarbeiten. Komponieren mit dem Computer bestimmt auch den Abend urban.dis.urban, der der Frage nachgeht was Großstadtästhetik heute bestimmt und den Zuschauer in einen Wirbel aus Tönen, Bildern und Worten von Asien bis Europa versetzt. Überhaupt wird das Wort bei der diesjährigen A?Devantgarde großgeschrieben, gibt es doch nicht nur neue Kompositionen, sondern auch neue Lyrik zu erlauschen. In Neue Dichter Lieben machen sich zwanzig Münchner Lyriker zusammen mit zwanzig Komponisten auf die Suche nach der Liebe und der Abend Tod im Grand Hotel erforscht musikalisches und literarisches von Sappho bis Joyce. Was Neue Musik dagegen mit fünf E-Gitarren anstellt zeigt das Ensemble GO GUITARS, der Abend …ins Offene kombiniert Kontrabass und Klavier mit Live-Elektronik (und zwei Tischen). Mechanism schließlich präsentiert einen „Bekannten“ des Festivals 1999, das ERGO-Ensemble aus Toronto mit sechs Uraufführungen aus Deutschland und Kanada.

festival.05

Das fünfte Festival fand vom 5. Juni bis 12. Juni 1999 statt. Eine Kooperation mit weiteren Musikinitiativen Münchens, nämlich dem Ensemble pianopossibile und der Reihe musicafemina war einer der Schwerpunkte des Festivals. Heimisch, mit brutalem Lokalkolorit ging es weiter: Im i-camp/Neues Theater gab es Auseinandersetzungen mit Zither und Dreigesang, Bienensegen und sonstigen Beschwörungen. Den Blick in die Ferne bot z.B. das Gastspiel des ERGO-Ensembles aus Toronto oder die sechzig Sechzigsekundestücke im Klavierabend von Guy Livingston. Das Finale waren die „Hör-Spiele“ im Zeichen von Live-Musik und elektronischer Medien zwischen Musik, Geräusch,
Sprache und Film.

festival.04

Vom 5. Juni bis 8. Juni 1997 fand das vierte aDevantgarde-Festival statt. Bestand der Kern der Festivalmacher bisher aus ehemaligen Schülern Wilhelm Killmayers, erweiterte sich der Kreis um jüngere Kollegen aus der von-Bose-Klasse in München und der Heinz-Winbeck-Klasse in Würzburg. An Konzerten gab es z.B. eines in der Bayerischen Akademie der Schönen Künste mit Werken von Anton Plate, Richard Ayres, Sandeep Bhagwati, Denys Bouliane, Lutz Landwehr von Pragenau und Georg Haider. Im i-camp wurden drei Konzerte veranstaltet: eine Interaktion zwischen Licht und Musik in der Konzeption von Rainer Ludwig, mit Werken u.a. von Axel F. Singer, Marti Epstein und Maki Ishii. Der zweite Abend dort war in der Regie von Ruth Geiersberger „Mund-Stücken“ gewidmet mit Werken u.a. von Georges Aperghis, Moritz Eggert und Alexander Strauch. Zuletzt dann ein Abend („Lausch-Angriffe“) mit dem Würzburger percussion art quartett und Werken u.a. von Bernhard Weidner und Stefan Johannes Walter.

festival.03

Vom 8. Juni bis 11. Juni 1995 fand das dritte Festival statt, damals wie bei den ersten beiden noch A•DEvantgarde-Festival geschrieben. Es fand kompakt mit allen Veranstaltungen seinen Platz im Neuen Theater/i-camp. Höhepunkte waren u.a. eine der ersten deutschen Aufführungen eines Werkes von Claude Vivier sowie szenische Gestaltungen der einzelnen Konzerte durch junge Regisseurinnen und Regisseure, darunter auch der damals noch unbekannte Claus Guth.

festival.02

Vom 4. Dezember bis 12. Dezember 1993 startete das zweite Festival: war das erste Festival noch meist auf regionale junge Talente beschränkt gewesen, wollten wir nun auch international junge Komponisten ansprechen.

festival.01

Vom 5. Juni bis 9. Juni 1991 wurde das erste aDevantgarde-Festival veranstaltet. Es gab u.a.: Kammerorchesterkonzerte im Carl-Orff-Saal des Münchener Gasteigs (mit Manfred Schreier), ein Konzert „Neue Musik auf alten Instrumenten“, Neue Strassenmusik auf dem Marienplatz, „Neue Tafelmusik“ im Stadtmuseumscafé, eine Diskussion mit illustren Komponisten wie Helmut Lachenmann (der die verzweifelte Frage stellte, „haben Sie Angst vor Darmstadt, Herr Eggert?“), und ein Marathonkonzert in der Münchener Musikhochschule, u.a. mit zwei Opernuraufführungen (z.B. „Der Jäger von Fall“, Musik Lutz Landwehr nach einem Libretto von Wilhelm Killmayer, Regie: Tilman Knabe) .

festival.12

21. Juni – 23. Juni 2013
MISSA EST! – 12. Internationales aDevantgarde-Festival

Festivalleitung: Johannes X. Schachtner, Alexander Strauch

Unter dem Motto „Missa Est“ (lat. für „Gehet, es ist Entlassen“) spannt das 12. Festival einen atmosphärischen Bogen vom Club-Ambiente des Bobbeaman zum Sakralraum der Ludwigskirche, von der noise music zur Klangaskese Arvo Pärts und lässt mit Komponisten wie Johannes Kreidler oder Rudi Spring höchst unterschiedliche musikalische Charaktere und Positionen aufeinander treffen.

Die sechs Veranstaltungen konzentrieren sich zu einem intensiven Festivalwochenende, das in vielfältiger Weise der Frage nachgeht, welche Dogmen und Passionen für heutige Komponisten noch oder wieder eine Rolle spielen. Und dabei ist immer gefordert: Nicht nur eine Meinung kundtun, sondern Haltung beziehen.

festival.13

09. Juni – 15. Juni 2015
aDevantgarde.13 – the composers festival

humus

Festivalleitung: Johannes X. Schachtner und Alexander Strauch

Ensemble in Residence:
ENSEMBLE SCHWERPUNKT

Humus ist die organische Bodensubstanz, auf der alles Lebendige gedeiht und darin seine Wurzeln schlägt. Wie in der Ökologie geht aus Vergangenem in der Kultur Neues hervor. Das erklärt die Bedeutung der Tradition für das Zeitgenössische: entweder wurzelt Neues in den Linien der Vorläufer oder es setzt sich dezidiert von jenen ab – Neues ist nur neu, wenn es sich zum Alten in ein fruchtbares Verhältnis setzt, es sich auf dieses bezieht oder mit diesem bricht. Bei genauerem Hinsehen, erkennt man im Rückblick beide Beziehungslinien: so kommt die Neue Musik der Nachkriegszeit aus den Strömungen der Moderne nach dem Jugendstil und bricht gleichzeitig mit der unmittelbaren gleichgeschalteten Vergangenheit. Besonders heute ist diese Neue Musik und ihre weitere Entwicklungen des ausgehenden 20. Jahrhunderts selbst Vergangenheit geworden. Auf ihr gründet das Wesen der zeitgenössischen Musik, möchte sich allzu gerne immer mehr davon abnabeln und ist doch fest in ihr verankert. Die „Neue Musik“ ist also der Humus der sich erst allmählich selbst findenden Gegenwart der Zehnerjahre des 21. Jahrhunderts. Das 13. Internationale aDevantgarde-Festival geht dem auf den Grund und legt etwaige Verbindungen und Trennungen der heute schaffenden Komponistinnen und Komponisten frei, sucht in den eigenen Wurzeln des deutschen zeitgenössischen Musiklebens und setzt sich in Bezug zu denen anderer Traditionen der zeitgenössischen Musik.

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